Kompetenzzentren

Kompetenzzentren des Gesunde Städte-Netzwerks

Auf der Mitgliederversammlung 2002 in Hamburg wurde die Einrichtung von Kompetenzzentren beschlossen. Diese werden als Mitgliedskommunen verstanden, die zu spezifischen Arbeitsbereichen über fundierte Erfahrung verfügen, diese dokumentiert haben und in der Lage sind, angemessene Ressourcen zur Vermittlung und Diskussion dieser Erfahrung zur Verfügung zu stellen.

Die Kompetenz der Zentren liegt in einer methodischen Umsetzung spezieller Bausteine der Gesundheitsförderung, die sich gezielt an den Intentionen der Ottawa-Charta und des 9 Punkte-Programms des Gesunde Städte-Netzwerkes orientieren. Die Bausteine umfassen im einzelnen:

- Bürgerbeteiligung

- Vernetzung der lokalen Akteure

- Verknüpfung der Instrumente der Gesundheitsförderung, z.B. Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitskonferenz

- Neuorientierung der Gesundheitsdienste

Das Gesunde Städte-Netzwerk hat derzeit acht Kompetenzzentren zu unterschiedlichen Themen.

Kompetenzzentrum für Migration, Integration und Gesundheit Friedrichshain-Kreuzberg

Berlin, Friedrichshain-Kreuzberg

 

1997 wurde das Interkulturelle Gesundheitsnetzwerk Berlin gegründet. Vor diesem Hintergrund führt das Kompetenzzentrum die langjährigen Erfahrungen und das interkulturelle Wissen von zahlreichen beteiligten Personen und Institutionen der Migrations- und Gesundheitsarbeit zusammen. Dabei wurden gemeinsame Projekte entwickelt wie der Aufbau eines qualifizierten berlinweiten Gemeindedolmetschdienstes, die Beteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund zur Planung und Entwicklung einer „Gesunden Stadt“, und der Zugang zur medizinischen und psychosozialen Versorgung für Menschen ohne Papiere. Darüber hinaus erfolgt die Mitarbeit in fachlichen und politischen Gremien wie der Landesgesundheitskonferenz und dem Berliner Frauengesundheitsnetzwerk. Zudem werden Fachtagungen und Kongresse wie das Forum Migration des jährlichen Public Health-Kongress „Armut und Gesundheit“ inhaltlich gestaltet.

Das Kompetenzzentrum bietet Unterstützung an bei:

 

  • Konzept- und Projektentwicklung,

  • Organisation von Fachveranstaltungen,

  • Wissenschaftlichen Arbeiten,

  • Referenten- und Expertensuche und

  • Vermittlung von Projekt-Exkursionen.

 

Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin für Migration, Integration und Gesundheit

Kontakt: Ingrid Papies-Winkler

E-Mail: Ingrid.Papies-Winkler@ba-fk.verwalt-berlin.de

 

Kompetenzzentrum für Migration und öffentliche Gesundheit

Frankfurt am Main Frankfurt am Main

 

Das Kompetenzzentrum unterstützt und fördert die gesundheitliche Selbsthilfearbeit von Migrantinnen und Migranten, konzipiert und plant Gesundheitshilfemaßnahmen für benachteiligte Gruppen in der Frankfurter Migrantenbevölkerung und koordiniert die Zusammenarbeit im kommunalen Gesundheits- und Integrationswesen.

Im Jahr 2000 wurde dafür zum ersten Mal in Deutschland eine Fachstelle für Migration und Gesundheit im Bereich des kommunalen Gesundheitsdienstes eingerichtet. Inzwischen sind weitere Städte diesem Vorbild gefolgt. Es hat sich gezeigt, dass mit dieser Struktur lebensweltbezogene Projekte für und mit Migrantinnen und Migranten gezielt und nachhaltig entwickelt werden können, gerade weil der Fokus auf Gesundheit, gesundheitliche Prävention und kommunalen Settings liegt. Gute Beispiele aus dieser Arbeit sind die internationalen Migrantensprechstunden für Menschen in unsicheren Lebenslagen im Amt für Gesundheit, die Kommunalen Gesundheitsinitiativen – interkulturell (KOGIs) und das Gesundheitsförderungsprojekt Ravenstein für und mit AfrikanerInnen.

Frankfurt am Main für Migrationund öffentliche Gesundheit

Kontakt: Dr. phil. Hans Wolter

E-Mail: hans-georg.wolter@stadt-frankfurt.de

 

Kompetenzzentrum für stadtteilbezogene bürgerorienttierte Stadtentwicklung

Halle an der Saale Halle an der Saale

 

Der Tätigkeitsbereich des Kompetenzzentrums in Halle an der Saale hat vier Schwerpunkte. Dazu gehören zum einen die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und die Stärkung der Bürgerinitiativen. Dabei kann an die Erfahrungen der Bürgerbewegung in den neuen Bundesländern angeknüpft werden. Zum anderen sind der Auf- und Ausbau des Selbsthilfesektors und die Vernetzung der Träger und Verantwortungsebenen für Stadtentwicklung weitere Tätigkeitsschwerpunkte des Kompetenzzentrums.

Im Rahmen eines stadtteilbezogenen Projekts vermittelt das Kompetenzzentrum sozialschwachen Familien, dass Ernährung gesund und preisgünstig zugleich sein kann. In der Praxis wird dazu mit Unterstützung einer Diätassistentin ein Einkauftraining mit den Teilnehmern absolviert und gemeinsame Koch- und Backkurse veranstaltet. Das Projekt folgt dem Vor-Ort-Ansatz, um so die Menschen direkt in ihrer Wohnumwelt, den ihnen vertrautem Stadtteil zu erreichen. Das Kompetenzzentrum arbeitet in diesem Projekt mit dem Kinderschutzbund und dem Institut für Urbanistik zusammen.

Halle an der Saale für stadtteilbezogene, bürgerorientierte Stadtentwicklung

Kontakt: Jasmine Chagouri

EMail: jasmine.chagouri@halle.de

 

Kompetenzzentrum für Gesundheitskonferenzen

Herne Herne

Das Kompetenzzentrum in Herne berät und unterstützt die Mitgliedskommunen bei der Planung und Durchführung kommunaler Gesundheitskonferenzen. Dazu hat es entsprechende Qualitätskriterien entwickelt.

1. Eine Gesundheitskonferenz soll zu gemeinsam interessierende Fragen der gesundheitlichen Versorgung beraten

2. Zu diesem speziellen Thema der Gesundheitskonferenz erfolgt eine weit gefasste temporäre Aktivierung des entsprechenden Versorgungsfeldes.

3. Eine Gesundheitskonferenz zeichnet sich durch Offenheit und Diskussionsbereitschaft aus.

4. Der Teilnehmerkreis ist an den lokalen Gegebenheiten und der Fragestellung orientiert.

5. Die thematische und zeitliche begrenzte Bündelung des lokalen Fachwissens ermöglicht erfolgreiches Bürgerengagement.

Für die Organisation und Durchführung kommunaler Gesundheitskonferenzen zeichnet das Konzept des Kompetenzzentrums vier Bausteine aus:

 

  • intensive Aktivierung und Vernetzung lokaler Akteure des Gesundheitswesens,

  • Verknüpfung von Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitskonferenz,

  • intensive Bürgerbeteiligung und

  • gezielte Begleitforschung/Evaluation.

 

Herne für Gesundheitskonferenzen

Kontakt: Klaus Winkler

EMail: klaus_winkler@yahoo.de

 

Kompetenzzentrum für Gesundheitshäuser

MünsterGesundheitshaus

 

Das Gesundheitshaus wurde 1999 eröffnet und versteht sich als zentraler Standort für Gesundheitsförderung, bürgerschaftlichem Engagement, Pflegeinformation und Selbsthilfe. So arbeiten unter einem Dach verschiedene freie Träger, Institutionen, Vereine, Projekte und Bürgerzirkel zusammen, wie beispielsweise der Verein für Mototherapie, die Krebsberatungsstelle und das Informationsbüro Pflege. Das breite Spektrum der Angebote reicht von Treffen der Anonymen Gruppen, über das Thema Baubiologie, dem freiwilligen Engagement, bis hin zur Musik und Bewegung für Kinder, Teamsupervisionen, Yoga für Ältere und dem Treffen der Zöliakiegruppe. Dabei haben sich Themen etabliert, die kontinuierlich und nicht ausschließlich für einen Projektzeitraum angeboten werden, wie Ernährung, insbesondere bei Kindern, Adipositas, Rauchen und Männergesundheit. Aktuell ist das Gesundheitshaus in Kooperation mit der Volkshochschule in dritten Klassen Münsteraner Grundschulen mit dem ‚aid’ Ernährungsführerschein unterwegs und führt damit ein seit 2004 erfolgreiches Ernährungsprojekt weiter.

Münster für Konzeption und Praxis kommunaler Gesundheitshäuser

Kontakt: Jörg Espei

Email: gesundheitshaus@stadt-muenster.de

 

Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung und Gesundheitsberichterstattung im Kindes- und Jugendalter

Rhein-Kreis NeussRhein Kreis Neuss


Konzeptioneller Schwerpunkt des Kompetenzzentrums ist das Netzwerk „fitnetz“. Hier werden Kindertagesstätten und Schulen Mitglied, die ihre Organisation kontinuierlich gesundheitsförderlich weiterentwickeln wollen. Darüber hinaus werden diverse fachspezifische und -übergreifende Projekte durchgeführt.

Das Kompetenzzentrum fungiert als Koordinierungsstelle für Gesundheitsförderung im Gesundheitsamt und organisiert jährliche Fachtagungen zu unterschiedlichen Themen der Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter. Informationen werden über eine Online-Datenbank und die Gesundheitsberichterstattung öffentlich zugänglich gemacht.

Unter dem Titel „rundum gesund“ werden sämtliche Aktivitäten des Kompetenzzentrums neu ausgerichtet und noch stärker aufeinander bezogen. Auf diese Weise werden die Aktivitäten demnächst noch zielgerichteter zur Anwendung kommen.

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter.

Rhein-Kreis Neuss für Gesundheitsförderung und Gesundheitsberichterstattung im Kindes- und Jugendalter

Kontakt: Carsten Rumpeltin

EMail: Carsten.Rumpeltin@rhein-kreis-neuss.de


Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter

StuttgartStuttgart

 

Der Schwerpunkt des Stuttgarter Kompetenzzentrums liegt in der Settingarbeit mit Kindertagesstätten und Schulen. In dem Netzwerk „g’sund & g’scheit – Gesundheit und Bildung in Kindertagesstätten und Schulen“ werden diese Institutionen zwei bis drei Jahre auf dem Weg begleitet, sich zu einer gesundheitsförderlichen Einrichtung zu entwickeln. Beteiligungsverfahren, die Förderung gesundheitlicher Ressourcen und die Orientierung am Alltag in der jeweiligen Einrichtung sind wichtige Arbeitsprinzipien. Dabei geht es nicht nur um die Förderung der Gesundheit der Kinder, Jugendlichen und Familien, sondern auch um die Gesundheit am Arbeitsplatz des dort arbeitenden Personals. Für die Anerkennung dieser Arbeit steht die Auszeichnung der Netzwerkeinrichtung Daimlerstr. 103c des Jugendamtes mit dem Deutschen Präventionspreis im Jahr 2008.

Die Netzwerkarbeit wird ergänzt durch regelmäßig stattfindende Fachtagungen für ErzieherInnen, Jugendgesundheitstage und Projekte zum Thema Trinken in Schulen.

Auf der fachlichen Ebene wird ein enger Austausch mit dem Kompetenzzentrum im Rhein-Kreis-Neuss gepflegt.

Stuttgart für Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter

Kontakt: Heinz-Peter Ohm

EMail: heinz-peter.ohm@stuttgart.de

 

Kompetenzzentrum für kommunales Gesundheitsmanagement und gesundheitlicher Verbraucherschutz

Kreis Unna

Unna

Als Kompetenzzentrum bietet der Kreis den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen der Netzwerkkommunen zu einer Vielzahl von Themen an. Dazu gehören neben den 13 Gesundheitszielen und der Lebensmittelsicherheit die Gesundheitshäuser. Die Bürgerbeteiligung, welche es über die Teilnahme an unterschiedlichen Veranstaltungsformen ermöglicht, konkrete gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse einzubringen, ist ein weiterer Beratungsschwerpunkt des Kompetenzzentrums. Kooperationspartner sind dabei alle Akteure des Gesundheitswesens im Kreis Unna. Dazu zählen neben der Ärzteschaft und den Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung insbesondere die Selbsthilfegruppen.

Kreis Unna für kommunales Gesundheitsmanagement

Kontakt: Dr. Jochen Hartlieb MPH

EMail: jochen.hartlieb@kreis-unna.de